Vor dem Kauf

Bevor Sie sich endgültig für die Anschaffung von Kaninchen entscheiden, sollten Sie einige Punkte noch einmal überdenken:

  1. Ist  genug Platz für mindestens zwei Kaninchen vorhanden? Kaninchen sind gesellige Tiere. Am liebsten leben sie in großen Gruppen. Die beste Konstellation zur Haustierhaltung besteht aus einem Weibchen und einem kastrierten Rammler.
  2. Sind alle Familienmitglieder mit dem Kauf von Kaninchen einverstanden?
  3. Hat keiner aus der Familie eine Tierhaarallergie? Am besten lassen Sie alle Familienmitglieder auf Allergien testen, denn das Auftreten von Allergien kann schnell zur Abgabe der Tiere führen.
  4. Sollen die Kaninchen in Außen- oder Innenhaltung leben? Für Kaninchen eignet sich am besten die Außenhaltung.  Vor allem im Winter sollte eine gut isolierte Schutzhütte zur Verfügung stehen und genug Platz vorhanden sein, damit sich die Tiere warmlaufen können.
  5. Gibt es mindestens eine Person, die die Kaninchen zuverlässig versorgt, pflegt und regelmäßig das Gehege reinigt und im Notfall sofort zu einem Tierarzt gehen kann? Kaninchen  sind keine pflegeleichten Tiere, sondern müssen täglich versorgt und gepflegt werden. Bei langhaarigen Rassen sollte das tägliche Bürsten auch nicht fehlen. Bedenken Sie auch, dass Kaninchen 8 bis 10 Jahre alt werden können.
  6. Gibt es eine Person, die die Kaninchen versorgen würde, wenn Sie in den Urlaub fahren?Dazu gibt es Tierpensionen oder private Urlaubsbetreuer, die Ihre Tiere aufnehmen, solange Sie im Urlaub sind oder sie vor Ort versorgen. Vielleicht gibt es aber auch eine Person in Ihrem Bekanntenkreis, der dieses übernehmen würde. Dieses sollte aber vorher abgeklärt sein.

Sind all diese Punkte bedacht, fünf Fragen mit einem klaren „ja“ beantwortet und entschieden, ob die Kaninchen in Innen- oder Außenhaltung leben sollen, können Sie sich nun Gedanken über die Herkunft machen:

  1. Aus dem Tierheim: Viele Kaninchen leben in Tierheimen und warten auf ein neues Zuhause. Es ist empfehlenswert, zuerst im Tierheim nach Kaninchen zu sehen. Häufig gibt es dort auch schon Gruppen und die Rammler sind meist kastriert. Dieses erspart Ihnen und den Tieren den Stress einer Zusammenführung, die Kosten für eine Kastration und die 6-wöchige Kastrationsfrist, bis der Rammler zu einem Weibchen darf.
  2. Aus anderen Tierschutzorganisationen: Haben Sie im Tierheim keine passenden oder überhaupt keine Kaninchen gefunden, sollten Sie sich darüber informieren, ob es in Ihrer Nähe weitere Tierschutzorganisationen gibt. In solchen Organisationen warten auch sehr viele Tiere auf ein neues Heim und eine zweite Chance. Geben Sie den Kaninchen diese Möglichkeit, ein endgültiges zu Hause zu beziehen, werden die Tiere es Ihnen danken.
  3. Vom Züchter oder einer Zoohandlung: Es gibt durchaus Züchter, die ihre Tiere artgerecht halten und die Weibchen nicht zu oft werfen lassen. Viele Züchter bieten auch an, die Tiere zurück zu nehmen, falls sie sich untereinander nicht verstehen sollten. Allerdings sollten Züchter, die ihre Weibchen als „Gebärmaschinen“ verwenden und die Tiere nur loswerden wollen, um Geld zu machen, gemieden werden. Zudem werden die Tiere bei solchen Züchtern häufig  viel zu früh von der Mutter getrennt. Auch in Zoohandlungen werden häufig viel zu junge Tiere zum Kauf angeboten.