Argumente gegen die Stall- und Einzelhaltung

Auf diesem Bild ist ein recht großer Stall mit einer Grundfläche von etwa 2qm zu sehen. Solch ein Stall ist im Handel gar nicht oder nur sehr schwierig erhältlich. Handelsübliche Ställe haben meist Grundmaße von  etwa 100cm mal 60cm, das bedeutet eine Grundfläche von 0,6qm. Da aber ein einzelnes  Kaninchen mindestens 2qm Platz haben sollte, ist ein handelsüblicher Stall bzw. Käfig viel zu klein. Zudem sollten Kaninchen immer mindestens zu zweit gehalten werden, was bedeutet, dass sie mindestens 4qm Platz haben sollten, daher wäre der oben gezeigte Stall auch zu klein für zwei Kaninchen. Daraus lässt sich schließen, dass ein Stall für Kaninchen nicht ausreichend ist und man daher ein Gehege bauen sollte. Einen Stall kann man natürlich trotzdem noch als Schutzhütte verwenden, indem man ihn ins Gehege stellt und den Kaninchen zugänglich macht (beispielsweise durch eine Rampe).

Wozu sollten einem Kaninchen mindestens 2qm rund um die Uhr zur Verfügung stehen?

Zuerst einmal sollte man sich mit der Herkunft der Kaninchen beschäftigen. Unsere Hauskaninchen stammen vom europäischen Wildkaninchen ab, welche in großen Rudeln auf riesigen Flächen leben. Normalerweise leben etwa 25 bis 37 Wildkaninchen auf einem Hektar Land, wo sie ihren Bau mit mehreren Eingängen haben, um Feinden rechtzeitig entkommen zu können. In freier Natur hat ein einzelnes Kaninchen folglich etwa eine Fläche von 250qm bis 400qm zur Futtersuche, zum Toben und noch vielem mehr. Der Mensch hat diese Wildtiere zwar domestiziert, doch weiterhin bleiben einige Eigenschaften bei unseren Hauskaninchen bestehen, wie zum Beispiel, dass sie Fluchttiere und Rudeltiere  sind und einen großen Bewegungsdrang haben (und somit auch gern Haken schlagen). Ein kleiner Stall bzw. Käfig kann vor allem dem großen Bewegungsdrang von Kaninchen nicht gerecht werden. Daher können mit der Zeit ihre Muskeln verkümmern, die Kaninchen aggressiv werden (eben, weil sie zu wenig Bewegung haben) oder sich gegenseitig bekämpfen. Bei einer Stall- bzw. Käfighaltung ist es auch nicht unbedingt verwunderlich, wenn ein Kaninchen auch mal zubeißt.

Warum sollte ein Kaninchen nie allein gehalten werden?

Kaninchen sind Rudeltiere und haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten. Sie putzen sich gegenseitig, kuscheln miteinander und fressen zusammen. All diese Dinge sind wichtig, damit die Kaninchen keine Verhaltensstörungen bekommen können und sich wohlfühlen können. Ein Kaninchen in Einzelhaltung würde niemals ein anderes Kaninchen kennen lernen. Man stelle sich als Mensch vor, man würde nach der Geburt keinen Kontakt mehr zu anderen Menschen haben, das wäre doch unvorstellbar, oder? Ein einzelnes Kaninchen könnte vielleicht den Eindruck machen, dass es zutraulicher ist als andere Kaninchen, die Partnertiere haben, jedoch ist das einzelne Kaninchen nur auf der Suche nach einem Partner, mit dem es kuscheln und fressen kann, von dem es geputzt wird und mit dem es toben kann. Kein Mensch kann einem Kaninchen das Partnertier ersetzen. Auch ein Tier einer anderen Tierart kann dieses nicht, da die Verhaltensweisen der verschiedenen Tierarten unterschiedlich sind. Die Folge wäre also, dass beide Tierarten vereinsamen würden.

Fazit

Das Ergebnis einer Haltung mit genügend Platzangebot rund um die Uhr und mindestens einem Partnertier derselben Art (die beste Konstellation besteht aus einem Weibchen und einem kastrierten Männchen) sind rundum glückliche Kaninchen, die zusammen kuscheln, sich gegenseitig putzen und noch vieles mehr zusammen machen. Sie werden sehen, wie glücklich Ihre Tiere schließlich sein werden und die Kaninchen werden es Ihnen danken – vielleicht auch mit einer kleinen „Putzeinheit“.

 

Argumente in Bildern